Ich hab ja nichts gegen Ausländer, aber...

Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sind leider weiter verbreitet, als wir oft glauben: In Umfragen geben oft über die Hälfte der Befragten an, in Deutschland gebe es „zu viele Ausländer“ und immer wieder sind wir im Alltag mit  Vorurteilen oder abfälligen Sprüchen über „die Türken“, „die Russen“ oder „die Ausländer“ an sich konfrontiert.

Solchen Aussagen entgegentreten ist leicht gesagt – damit es auch leichter getan ist, wollen wir euch hier einige Argumente dazu mitgeben.

„Ausländer werden öfter kriminell als Deutsche“

Tatsächlich werden Menschen ohne deutschen Pass häufiger in der Kriminalstatistik erfasst als Deutsche. Dafür gibt es so viele Gründe, dass wir hier nur einige aufzählen können:

Es gibt Gesetze, die Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit nicht betreffen, so dass sie auch nicht dagegen verstoßen können. Beispielsweise dürfen viele Flüchtlinge den ihnen zugewiesenen Landkreis nicht verlassen. Wenn sie trotzdem ohne Genehmigung der Behörde Verwandte oder Freunde besuchen oder mal in die nächste Großstadt fahren, können sie sich strafbar machen.

Unabhängig von ihrem Pass verstoßen Menschen ohne Job oder ohne Schulabschluss öfter gegen Gesetze als andere. In diesen Gruppen sind Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind oder deren Eltern aus einem anderen Land kommen, besonders oft vertreten. Das sagt allerdings weniger über „die Ausländer“ als über unser Schulsystem aus, in dem Kinder aus MigrantInnenfamilien schlechte Chancen haben.

Schließlich bestätigt der Rassismus sich selbst: „Ausländer“ werden eher angezeigt als Deutsche und auch viele Polizistinnen und Polizisten halten Menschen, die ihnen „fremd“ erscheinen, schneller für verdächtig. Und schon scheint amtlich bestätigt, dass Ausländer einfach meistens kriminell sind...

„Ausländer arbeiten für weniger Geld und nehmen Deutschen die Arbeitsplätze weg“

Tja, reingefallen: Unternehmen versuchen immer, ihren Beschäftigten weniger Geld zu bezahlen. Wenn das zur Folge hat, dass die sich in „Deutsche“ und „Ausländer“ spalten lassen und gegenseitig anfeinden, wird das wohl auch kein Ende haben. Nur wenn wir gemeinsam für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen streiten, kann es auch allen besser gehen (außer vielleicht den Unternehmen...).

Übrigens: Flüchtlinge bekommen meistens nur dann eine Arbeitserlaubnis, wenn kein Deutscher den Job will, auf den sie sich bewerben. Vielleicht machen sie deshalb so oft schwere Arbeit für wenig Geld...

„Ausländer wollen gar nicht arbeiten und leben nur von unseren Sozialsystemen“

(besonders beliebt in Kombination mit dem vorigen „Argument“)

1. Falsch. Die in Deutschland lebenden Menschen ohne deutschen Pass zahlen mehr in die Sozialkassen ein als sie bekommen.  Das heißt nun auch nicht, dass sie besonders klug oder fleißig sind – unter ihnen sind schlichtweg viele junge Menschen und wenig RentnerInnen, so dass sie auch seltener krank werden.

2. AsylbewerberInnen dürfen grundsätzlich nicht arbeiten – egal, wie arbeitswillig und qualifiziert sie sind. Sie müssen von staatlicher Hilfe leben.