
Was sind Nazis eigentlich? |
Die Rechten haben nicht wirklich ein geschlossenes Weltbild. Etwas aber haben alle Nazis wie Rechtspopulisten gemeinsam: Sie teilen die Vorstellung von der ungleichen “Wertigkeit“ von Menschen. Die Rechten sind also AnhängerInnen von Ungleichheitsideologien. Der Rassismus ist eine davon. RassistInnen unterteilen Menschen in verschiedene “Rassen“ und gehen davon aus, dass diese Menschen unterschiedlichen Aussehens (z.B. Haar- oder Hautfarbe) oder unterschiedlicher kultureller Identitäten unveränderbare und auch angeborene Eigenschaften besitzen. Sie sehen einige Menschen deshalb als von Natur aus schlechter an und wollen diese aus der Gesellschaft ausschließen. So fordern sie die Abschiebung von MigrantInnen oder begründen damit auch gewalttätige Übergriffe auf Menschen, die sie als minderwertig ansehen. ![]() Jüdinnen und Juden werden von ihnen besonders gehasst. Oft geben die Nazis ihnen die Schuld an wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Dieser Antisemitismus fand sein höchstes Ausmaß während des Nazi-Regimes in Deutschland (1933 - 1945) mit dem als Holocaust oder Shoa bezeichneten industriellen und systematisch geplanten Massenmord an über sechs Millionen jüdischen Menschen. Menschen in “Rassen“ einzuteilen ist hochgradiger Unsinn. Jede/r entwickelt im Laufe seines Lebens persönliche Eigenschaften, je nach Umgebung und eigenen Entscheidungen. Mit angeborenen Merkmalen wie etwa der Hautfarbe hat das überhaupt nichts zu tun. Auch die Vorstellung, dass verschiedene “Volksgruppen“ jeweils eigene kulturelle Identitäten haben ist Schwachsinn. Kulturen leben von Austausch und Veränderung und sie lassen sich auch nicht auf eine bestimmte Region begrenzen. Deshalb gibt es auch keine “geschlossene“ oder einheitliche Kultur in Deutschland. Vielmehr geht es inzwischen doch um diverse kulturelle Bezüge und Milieus, die sich über den gesamten Globus spannen und vernetzen. Faschismus beinhaltet die Annahme, dass Menschen einem übergeordneten Führer folgen sollten und sich nicht gleichberechtigt zusammenschließen können, um ihre Probleme zu lösen. Das oberste Ziel des Faschismus ist das „Wohl der Volksgemeinschaft“. Aus dieser sind z.B. Schwule, Lesben, Menschen mit Behinderungen, politisch Andersdenkende und viele andere ausgeschlossen. Der/die Einzelne muss sich und seine/ihre Ideen, Meinungen und Wünsche der Volksgemeinschaft unterordnen. Nazis sind also GegnerInnen der Demokratie. Wir finden, dass eine Gesellschaft das Wohl aller, sowie jedes/-r Einzelnen ermöglichen sollte. Das ist nur möglich, wenn alle gleichberechtigt und frei miteinander diskutieren und entscheiden können. Um ihre Ideen in der Gesellschaft zu verankern, knüpfen Nazis oft an bestimmte soziale Probleme an. Sie versuchen sich dann als Anwälte der sozial Ausgegrenzten anzubiedern und versprechen die Beschaffung von Arbeitsplätzen für Deutsche. Auch in der aktuellen Wirtschaftskrise nutzen sie die Ängste vieler Menschen vor dem sozialen Abstieg aus. Dabei gehen sie aber nicht die wirklichen Probleme der Erwerbslosigkeit und der Krise an, sondern betreiben nur Stimmungsmache gegen “Ausländer“, die sie für die Probleme verantwortlich machen wollen. |
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