Eins, zwei, nazifrei

Wie kannst Du an Deiner Schule aktiv gegen Rechts werden?

Dich nerven Nazis an Deiner Schule? Einige Deiner MitschülerInnen werden rassistisch angepöbelt und bedroht? An Deiner Schule kleben Nazi-Sticker und zweimal im Monat stehen die Faschos vor dem Schultor, um Ihre Propaganda zu verteilen? Wie kannst Du konkret dagegen aktiv werden? Hier einige Anregungen:

Nazi-Outing und anti-rechtes Schulklima

Der erste Schritt ist, die Probleme klar auszusprechen. Nichts ist gefährlicher, als wenn Probleme mit Faschos unter den Teppich gekehrt werden. Suche Dir  deshalb Gleichgesinnte und verschafft Euch dann gemeinsam Gehör in der Schulöffentlichkeit. Das Wichtigste ist, sich mit den Opfern der rassistischen Hetze erkennbar zu solidarisieren und gleichzeitig über die Probleme an der Schule zu informieren. Geht zur Schulleitung oder zu LehrerInnen und fordert ein Schulplenum oder eine Vollversammlung mit allen SchülerInnen und LehrerInnen, auf dem/der die rechten Vorfälle und Probleme diskutiert werden können. SchülerInnen wie LehrerInnen müssen deutlich machen, dass neofaschistische Propaganda und Gewalt an der Schule nicht geduldet werden. Ihr könnt weiterhin bei der Gewerkschaft, bei Eurer LandesschülerInnenvertretung oder beim “Netzwerk für Demokratie und Courage“ fragen, ob sie ein entsprechendes Seminar an Eurer Schule anbieten können. Das Netzwerk besteht aus Vereinen und Verbänden, die gemeinsam an Schulen Projekte gegen Rassismus und Rechtsextremismus durchführen.

Maybe a friend: die Schulordnung

Die Hausordnung ist Dir bislang nur auf den Keks gegangen? Vielleicht kann sie doch ganz hilfreich sein. Zum Beispiel könnt Ihr mit der SchülerInnenvertretung ja fordern, dass das Tragen von Symbolen mit faschistischer Bedeutung in der Schulordnung verboten wird. Dabei geht es nicht nur um das Verbot an sich. Wichtig ist vor allem die Debatte über diese Forderung in der Schule, in den Klassen.

Möglich wäre auch, eine Schülerzeitung gegen Rechts rauszubringen oder in einer Schülergruppe oder -AG  Veranstaltungen zu dem Thema zu planen. Dabei ist es wichtig, die Vorkommnisse an der Schule im Kontext der gesamtgesellschaftlichen Rechtsentwicklung und -probleme zu diskutieren.

Fit up for Antifa - Eigenes Wissen vertiefen und weitergeben

Mum said: „Don’t talk to idiots!“ Und sie hat Recht. Wenn wir uns ausführlich über Faschos informieren, dann nicht, um Leute mit einem gefestigten faschistischen Weltbild überzeugen zu können. Das bringt in der Regel nichts. Es geht vielmehr darum, den Nazis das Wasser abzugraben und Leute, die sich noch nicht näher mit dem Thema beschäftigt haben, aufzuklären. Hierfür könnt Ihr z.B. eine Schülergruppe oder -AG an der Schule gründen. Diese Möglichkeit ist in allen Schulgesetzen verankert. Das könnt ihr mit oder unabhängig von der SchülerInnenvertretung machen. Oft besteht sogar die Möglichkeit, sich für thematische SchülerInnengruppen vom Unterricht befreien zu lassen oder finanzielle Unterstützung vom Förderverein oder der SchülerInnenvertretung der Schule zu bekommen.
Eine weitere Möglichkeit wäre, eine Schülerzeitung gegen Rechts rauszubringen oder mit einer Antifa-Gruppe an der Schule Veranstaltungen mit antirassistischen Argumentationstrainings zu bewerben.

Asche zu Asche: die braune Mülltonne

Wenn Ihr erfahrt, dass Faschos Propagandamaterial an Eurer Schule verteilen wollen, dann habt ihr mehrere Möglichkeiten. Ihr könnt eine braune Tonne gleich hinter dem Schultor aufstellen, in denen die CDs, Flyer und Zeitungen der Nazis symbolisch und öffentlich entsorgt werden können. Ihr könnt aber auch Transparente, Spuckies oder Schilder vorbereiten, mit denen ihr bei Bedarf den Propaganda-Spackos entgegentreten könnt.

Letztlich geht es darum, die Leute im eigenen Umfeld auf Rechtsentwicklungen aufmerksam zu machen und gemeinsam dagegen etwas zu tun. Das betrifft die Versuche von rechten Gruppen oder Parteien, im unmittelbaren Schulumfeld Fuß zu fassen aber auch den Alltagsrassismus, der auch von jenen - unterschwellig oder offen - praktiziert wird, die sich selbst nie als “rechts“ bezeichnen würden.

Informationsmangel?
Links zum Nachforschen:

http://www.keinbockaufnazis.de
http://www.schule-ohne-rassismus.org
http://www.netzwerk-courage.de